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Europa in einer Post-Regulierungsgesellschaft? Vermögensverwalter diskutieren steigende Regulierung

Viele Marktteilnehmer sprechen von einer „Post-Regulierungsgesellschaft“ in Europa. Ist es an der Zeit, den Weg für Deregulierung freizumachen oder bietet ein klarer regulatorischer Rahmen gerade die Grundlage für Innovation und Vertrauen? Drei Vermögensverwalter diskutieren, wie sie das aktuelle Umfeld einordnen.

Klare Regulierung essenziell, sollte Vermögensverwalter jedoch nicht überfordern

Marc-André Barth
MAIESTAS Vermögensmanagement
Vorstand
 
Im deutschen Vermögensverwaltermarkt prägt derzeit ein Spannungsfeld zwischen umfassender Regulierung und Forderungen nach Deregulierung die Diskussion. Diverse Richtlinien und andere Regulierungen der letzten Jahre erhöhten grundsätzlich den Anlegerschutz, die Kostentransparenz und die Berichtspflichten deutlich. Dies stärkt das Vertrauen der Kunden, schafft klare Rahmenbedingungen und setzt Standards für eine faire und transparente Vermögensverwaltung. Insbesondere Transparenzvorgaben sowie Dokumentationspflichten fördern langfristig die Marktintegrität und das Vertrauen in die Vermögensverwalterbranche.

Gleichzeitig klagen viele Vermögensverwalter über den enormen Aufwand, die komplexen und teilweise widersprüchlichen Regeln umzusetzen. Vor allem kleinere unabhängige Anbieter haben Schwierigkeiten, die steigenden Kosten zu stemmen, was zu einer Konsolidierung im Markt führt. Ob das im Sinne des Wettbewerbs in der Branche, die richtige Konsequenz ist, kann wohl eher verneint werden, denn eine Konsolidierung des Marktes führt unweigerlich zu einer eingeschränkten Angebotspalette für den Kunden.

Insgesamt sind klare, aber praktikable Regulierungen für die Branche essenziell, um Vertrauen zu schaffen und Innovation zu ermöglichen, ohne die Vermögensverwalter, unabhängig von ihrer Größe, zu überfordern. Ein ausgewogener Rahmen, der Erleichterungen für kleinere Anbieter ermöglicht und gleichzeitig hohe Standards für Anlegerschutz, digitale Sicherheit und maximale Kostentransparenz für die Kunden garantiert, wäre ideal. Die Zukunft liegt also im pragmatischen und behutsamen Umgang mit der Regulierung, der einerseits die Belastung, insbesondere für kleinere Anbieter, reduziert und Flexibilität wahrt und andererseits den Markt stärkt und Vertrauen für die Kunden in die Vermögensverwalterbranche durch klare und transparente juristische Vorgaben schafft. Dies ist entscheidend für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit, nicht nur in Deutschland, sondern auch in Europa.

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