Wo steht der Goldpreis Ende des Jahres 2026? Experten äußern sich zu Prognosen und werfen einen Blick auf die bisherige Entwicklung.
Von Hannah Ritzmann, Redakteurin für Finanzen
Wie können Anleger in Gold investieren? Wir zeigen mehrere Optionen.
Der Goldpreis konnte im vergangenen Jahr eine ordentliche Wertentwicklung verzeichnen und jagte von einem Rekordhoch zum nächsten. Auch 2026 erreichte das Edelmetall bereits neue Höchststände. Allerdings geriet der Goldkurs jüngst unter Druck. Doch wie wird es 2026 weitergehen, und wo könnte der Wert des beliebten Edelmetalls in fünf Jahren stehen?
Gold-Profis und Vermögensverwalter geben klare Prognosen ab: Sie sind überwiegend optimistisch bei der Preisentwicklung, doch auch klare Warnungen an eine Anlegergruppe werden laut. Unsere Übersicht zeigt den aktuellen Goldpreis. Preise und Händler zum Goldkauf im Vergleich finden Sie in einem separaten Ratgeber.
Prognose für Goldpreis 2026
Ende des vergangenen Jahres verortete Manfred Rath von der KSW-Vermögensverwaltung die Unze Feingold bis Ende 2026 bei 5000 US-Dollar. Petra Ahrens vom Vermögensmanagement Maiestas erwartete einen Preisbereich von 4000 bis 4500 US-Dollar je Feinunze, Rainer Beckmann von der Vermögensverwaltung Ficon eine Spanne von 4300 bis 4800 US-Dollar „mit leicht asymmetrischem Risiko nach oben“. Preisbereiche die Gold bereits knacken konnte.
Noch optimistischer zeigt sich für 2026 hingegen Vermögensverwalter Rolf Ehlhardt von I.C.M. Mannheim aus: Er hält einen Goldpreis zwischen 5000 und 10.000 US-Dollar für möglich.
Zinspolitik und Unsicherheiten befeuern den Goldkurs
Bei den Preistreibern herrscht weitgehend Einigkeit. Kurzfristig steht die Zinspolitik im Fokus. Roland Schmack vom Vermögensverwalter Meine Werte nennt als wichtigste Faktoren eine weiterhin lockere Zinspolitik der US-Notenbank Fed, die anhaltende US-Dollar-Schwäche, Zentralbankkäufe, geopolitische Unsicherheiten, niedrige Realzinsen und Risiken für den Aktienmarkt, etwa eine mögliche KI-Blase.
Wie entwickelt sich der Goldpreis 2026? Experten haben eine klare Erwartung.
„Nach unten sehe ich nicht viel Potenzial“, ergänzt Petra Ahrens. „Die Unsicherheiten überwiegen weiterhin, den Extremfall würde ich daher eher im Ausbruch nach oben sehen.“ Wichtig sei etwa, dass Jerome Powell im Mai 2026 sein Amt als Chef der US-Notenbank aufgebe und US-Präsident Donald Trump wohl einen seiner Vertreter platzieren werde. „Dies hat zur Folge, dass die Neutralität der Notenbank nicht mehr gegeben ist, was zu weiterem Misstrauen führt“, warnt die Expertin. Ein schwacher US-Dollar und fallende Zinsen würden Gold attraktiver machen.
Dem stimmt auch Thomas Mitroulis von AXIA Asset Management zu: „Jede Andeutung von Zinssenkungen oder neuen Liquiditätsprogrammen wirkt wie ein Turbo für Gold.“ Langfristig identifiziert der Experte drei langfristige Kräfte: die ausufernde Staatsverschuldung, die Entdollarisierung durch Schwellenländer und die geopolitische Fragmentierung der Weltordnung. „Gold steigt nicht, weil es begehrt ist – Gold steigt, weil das bestehende Geldsystem immer störanfälliger wird“, so sein Fazit.
„Das größte Risiko“ beim Goldkauf: Darauf sollten Anleger 2026 achten
Trotz der überwiegend positiven Einschätzungen warnen die Experten auch vor Risiken. nennt etwa steigende Realzinsen, die Gold im Wettbewerb zu Zinsanlagen unattraktiver machen würden – das Edelmetall wirft selbst keine Zinsen ab. Kontraproduktiv wäre zudem ein Erstarken des US-Dollars, das Gold im Handel teurer machen würde. Eine kräftig anziehende Konjunktur mache sichere Häfen wie das Edelmetall dagegen entbehrlicher.
Bitte beachten:
Aktien, Immobilien und andere Investments sind grundsätzlich mit einem Risiko verbunden. Auch ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals kann nicht ausgeschlossen werden. Ebenso können Kredite eine erhebliche finanzielle Belastung darstellen. Verbraucher sollten ihre finanzielle Situation sorgfältig prüfen und alle Kosten gründlich durchrechnen. Die veröffentlichten Artikel, Daten und Prognosen sind keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Rechten und ersetzen keine fachliche Beratung.
Ahrens betont, dass der Goldkurs starken Schwankungen unterliegen kann. „Gold zahlt keine Dividenden und keine Zinsen. Als Anleger sollte ich auch bei dieser Assetklasse kein Klumpenrisiko eingehen“, mahnt sie. Auch Manfred Rath warnt vor einer zunehmenden Volatilität und Schwankungen. Ein Problem entstünde auch, wenn die Notenbanken ihre Goldkäufe zurückfuhren.
„Das größte Risiko ist die falsche Erwartungshaltung“, warnt Mitroulis. „Gold ist keine Renditemaschine, sondern eine Versicherung gegen Währungs-, Schulden- und Systemrisiken.“ Als solche seien kurzfristige Performances weniger realistisch als eine hohe Volatilität – vor allem bei Minenaktien oder gehebelten Produkten.
Der Goldpreis verzeichnete 2026 bereits neue Höchststände.
Adrian Ash von Bullionvault hebt einen weiteren wichtigen Aspekt hervor: „Viele Analysten sind der Meinung, dass US-Aktien und insbesondere KI-bezogene Aktien derzeit gefährlich überbewertet sind, und viele Anleger sehen Gold als Absicherung gegen Aktiencrashs“, erklärt er.
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